Auszug aus dem "Handbuch Entrepreneurship" - Hrsg. Günter Faltin:

Natürlich muss Ihr Entrepreneurial Design stimmig zum Markt sein. Das steht in jedem Lehrbuch über Unternehmensgründung – und stimmt auch. Aber wenn Sie nur vom Markt her denken, laufen Sie Gefahr, ähnlich fremdbestimmt zu werden wie als Angestellter. Wenn Sie aber nur von der Person her denken, laufen Sie Gefahr, eine Art Künstlerdasein zu führen, mit Elementen von Selbstverwirklichung zwar, aber wenig wirtschaftlichem Erfolg. Sie sollten also immer beide Perspektiven im Blick haben. Der Markt ist das Kraftfeld, aus dem Ihr geplantes Unternehmen seine

Energie bezieht. Ihre Kunden sind Ihre Energielieferanten. Weil sie mit ihrem Geld Ihr Unternehmen erfolgreich machen, sind Ihre Kunden das Lebenselixier Ihres Unternehmens.

Wenn Ihr Entrepreneurial Design zu Ihrer Person, zu Ihren Bedürfnissen stimmig ist, haben Sie bereits eine gute Ausgangsposition. Sie werden sich mehr auf Ihre Stärken stützen, als Ihre Schwachen kompensieren zu wollen. Sie werden mehr Ausdauer und Durchhaltevermögen aufbringen, die Sie brauchen, um auch kritische Phasen durchstehen zu können. Sie werden sich nicht so leicht entmutigen lassen. Die Chance, dass Ihre Arbeit Ihnen Befriedigung verschafft, ist größer. Wenn neben Ihren Hauptbedürfnissen auch noch andere Neigungen, andere Wünsche erfüllt werden, umso besser. Ihr Entrepreneurial Design bekommt damit auch auf der Ebene der Motivation zusätzliche Stützen.

Es mag Ihnen verfrüht erscheinen, aber Sie sind auf der sichereren Seite, wenn Sie schon zu Beginn der Entwicklung Ihres Entrepreneurial Design die spätere Stabilität Ihres Konzepts mitdenken. Ein Design, das gleich mehrere Vorteile im Markt gegenüber der Konkurrenz aufweist, also auf mehr als nur einem Bein steht, hat naturgemäß größere Überlebenschancen.

Hat Ihr Entrepreneurial Design ein zweites Bein und möglichst auch ein drittes? Oder steht es, wie bei einer Gründung, die auf einem Patent beruht, allein auf einem Bein? Ein Patent kann man umgehen. Sobald bekannt ist, dass es eine Lösung gibt, finden clevere Ingenieure auch einen Weg um ein Patent herum. Selbst wenn eine klare Verletzung des eigenen Patents vorliegt, ist es fraglich, ob man sich als kleines Start-up gegen den Patentverletzer durchsetzen kann, sei es, dass er viel größer ist und das Prozessrisiko länger durchstehen kann, sei es, dass er in einem Land residiert, dessen Rechtssystem die juristische Verfolgung des Patentverletzers erschwert. Auch dies ein Grund, warum konzept-kreative Gründungen keineswegs im Schatten technologiegeleiteter Gründungen stehen müssen.

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