Vielfalt schafft Innovation

Vielfalt schafft Innovation

 

von Günter Faltin (Auszug aus „David gegen Goliath”)

„Jeder Mensch ist ein Künstler“. Joseph Beuys meinte mit diesem berühmt gewordenen Satz nicht, dass jeder ein Bild von der Qualität eines Rembrandt malen könne, sondern dass jeder Mensch auf seine Weise und vor seinem Hintergrund einzigartig sei, in seinen Erfahrungen wie in seinem Denken. Wir alle verfügten über die Gabe der Neugierde und sähen Dinge anders als andere. Daher trage jeder Mensch einen schöpferischen Impuls in sich. Und so werde aus der Komposition des eigenen Lebens ein «Kunstwerk». Beuys’ Formel «Kunst = Kapital» sieht in den schöpferischen Fähigkeiten des Menschen das entscheidende Kapital für die erfolgreiche Gestaltung seines Lebenswegs.

Ökonomie als die schönste aller Künste: Schöpferisches Gestalten, das zu Ort, Zeit und Person passt und eine tragfähige, dauerhafte ökonomische Perspektive eröffnet. Ein Ideen-Kind in die Welt bringen. Eines, das nicht nur der Stolz der Eltern ist, sondern sich für die Gesellschaft nützlich machen kann und das die Aufmerksamkeit auf sich zieht durch gute und preiswerte Produkte. Und nicht zuletzt ein Weg, der vorhandene Probleme nicht verschärft, sondern durch breitere Partizipation auf unternehmerischem Wege zu neuen und besseren Lösungen beiträgt.

Fragen wir daher, wie wir unsere Talente und Fähigkeiten einbringen, aber auch Potenziale, die uns nicht bewusst sind, erkennen und nutzen können. Schöpferische Kraft ist kein Privileg für wenige. Wir alle sind kreativ, sogar schon als Kinder. Betrachten wir daher im nächsten Kapitel das Thema Innovation und entzaubern den Begriff ein wenig.

Fragen wir zunächst, welchen Beitrag wir alle, nicht nur wenige Spezialisten, in Sachen Innovation leisten können.

Die Medien berichten über die Winners, schenken Ihnen die meiste Aufmerksamkeit. Aber auch die Logik vieler Internet-Geschäftsmodelle begünstigt ein „Winner-gets-all“. Die größte Plattform am Markt ist für Kunden die attraktivste. Es macht fast keinen Sinn, zu den kleineren Mitwettbewerbern zu gehen. Daher wohnt solchen Geschäftsmodellen die Logik inne, in kürzest möglicher Zeit den größten Marktanteil erreichen zu müssen.

In einer Zeit, in der vor allem die Stars die Aufmerksamkeit und Bewunderung auf sich ziehen, geraten diejenigen, die sich kreativ und enthusiastisch aufgemacht haben und dennoch das Siegertreppchen verfehlten oder nicht einmal in dessen Reichweite kamen, schnell aus dem Blick. Sie sind es aber, die ein Wirkungsferment und die Gärhefe des Systems darstellen und damit auch Voraussetzung und Garant der Entwicklung sind. So, wie es ohne das Fitnessbewusstsein, ohne den Breitensport auch weniger Spitzenleistungen gäbe.

Das gilt auch im Bereich der Kunst. Dass Künstler, auch wenn sie nicht berühmt werden, einen wichtigen kulturellen Beitrag für die Gesellschaft leisten, ist anerkannt.

Daher braucht es eine Gegenstimme, die, wie im Sport oder in der Kunst, nicht einer einseitigen Förderung von Spitzenleistungen das Wort redet – schon gar nicht, wenn fast nur noch eine einzige Disziplin gefördert wird. Beim Entrepreneurship ist das der Hightech-Bereich. Intelligente Förderung sieht anders aus. Sie berücksichtigt alle drei Dimensionen: Spitze, Breite und Tiefe. Fördert ein Verständnis des Unternehmerischen als etwas Naheliegendem. Dass wir „etwas unternehmen“, für uns und andere, als selbstverständlicher als bisher betrachten sollten.

Auch für eine Kultur des Unternehmerischen gilt: Lassen wir viele Blumen blühen. It’s diversity that creates innovation. In der Natur ist es nicht anders. Die Diversität führt dazu, dass die Fähigkeiten zur Anpassung an sich verändernde Bedingungen steigen, dass über Versuch und Irrtum neue Kombinationen und neue Wege gefunden werden.

Etwa der Gedanke, Gründer in den Anfangsjahren von Bürokratie freizustellen.


Diversität ist ein wesentliches Standbein der großen Transformation. Ohne sie kann es keinen Fortschritt und keine Innovation geben. Um eine große Transformation ganzheitlich zu denken, muss die aktive Einbeziehung von marginalisierten Gruppen gefördert und mit Nachdruck betrieben werden – die Politik kann und muss Zeichen setzen und auch Weichen für die Wirtschaft stellen.

Auf dem Entrepreneurship Summit 2020 – vom 9. bis 11. Oktober 2020 – verrät Prof. Reza Asghari wie die Politik selbstentfaltende Gründungsstrukturen aufbauen kann und wie man als Gründer dazu beiträgt. Der Entrepreneurship Summit lebt stets von der Partizipation und dem Engagement seiner vielfältigen Teilnehmer.

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