Studie: “Gründer-Kurse haben abschreckende Wirkung”

Mehr Entrepreneurship Education, weniger Gründer – das ist die wenig erfreuliche Bilanz der “European Economic Review” aus den Niederlanden.
Die Studie sorgt für Unruhe unter den Forschern und Universitäten, die hierzulande intensiv in Entrepreneurship-Forschung, Lehrstühle, Institute und viele weitere Lehrangebote investieren.
Auch vom deutschen Staat flossen zwischen 1997 und 2005 rund 46 Mio. Euro in das Gründungsprogramm – „Exist“.

Den vollständigen Artikel finden Sie im Handelsblatt

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http://www.handelsblatt.com/politik/oekonomie/nachrichten/gruender-kurse-haben-abschreckende-wirkung/3258178.html?p3258178=all

Die Studie “the impact of entrepreneurship education on entrepreneurship skills and motivation” aus der European Economic Review finden Sie hier als pdf

und direkt hier, bei der Universität von Amsterdam

5 Idee über “Studie: “Gründer-Kurse haben abschreckende Wirkung”

  1. R.Flesch sagt:

    Man hat doch Architektur studiert – und BWl und Baurecht kommen eben schon im Studium zu kurz: dann gefällt es einem nicht,
    dass in der Selbständigkeit Rechtliches und Betriebswirtschafliches und Bürokratisches ?mehr? Zeit und Wissen erfordern sollten
    als das eigentliche Fach.
    Andererseits wird in den Entrepreneurship-Kursen wahrscheinlich nicht vermittelt,dass man als Angestellter wegen der
    Arbeitsteilung schnell zum Fassadenfachmann z. B. wird und jahrelang nichts anderes mehr zu tun hat als eine eh schon bewährte Fassade
    zu planen, oder als Büroleiter schlicht ausschließlich mit den obigen 3 Plagen zu kämpfen hat.

  2. Ronald Lehnert sagt:

    Bei geschätzten 80-90% an gescheiterten Existenzgründungen ist es wichtig, die richtigen Inhalte zu vermitteln, damit diese mit besseren Konzepten an den Start gehen.
    An dieser Stelle sind die Entrepreneurship-Kurse wichtig. Sie halten vielleicht die ab, die nicht über die Voraussetzungen verfügen, als Unternehmer erfolgreich zu sein. Das könnten dann die Befragten sein, die einen Rückzieher gemacht haben. In dem Fall hat das Ergebnis etwas Gutes.
    Den anderen haben die Kurse (hoffentlich) geholfen, aus ihren Geschäftsideen tragfähige Konzepte zu entwickeln.
    Ich selbst erlebe in meinem Beruf leider zu oft, dass sich die Lehrmeinung bei Entrepreneurship-Kursen an Schulen und Universitäten wohl ausschließlich am Glossar der allgemeinen BWL orientiert. Das ist nicht nur abschreckend, sondern auch falsch. Nur weil ich z.B. weiß, was eine Lagerlogistik ausmacht, bin ich noch lange kein erfahrener Spezialist auf dem Gebiet. Die ich-muss-alles-selbst-machen Mentalität verhindert gute Existenzgründungen.

    Ronald Lehnert

  3. Malte Geschwinder sagt:

    Ich stimme Ronald Lehnert zu.
    Auch Prof. Dr. Faltin unterscheidet ja bewusst zwischen Entrepreneurship und Business Administration.
    Er plädiert dafür, dass Gründer sich auf das “Unternehmer-Sein”, insbesondere in Bezug auf die kreativen Aspekte konzentrieren und die Business Administration in gewisser Hinsicht “vernachlässigen” sollen dürfen.
    Diese Thesen rund um seinen Kernsatz “Kopf schlägt Kapital” hat Prof. Dr. Faltin auch gestern auf dem Netzwerk-Kongress Gründerland Deutschland beeindruckend vorgetragen, begründet und verteidigt.

    Malte Geschwinder, geschäftsführender Gesellschafter der gb consite GmbH.

  4. Steffen Terberl sagt:

    Die Entrepreneurship Education in Deutschland übernehmen in vielen Fällen Professoren, die selbst keine Gründungserfahrung haben, den klassischen Weg der akademischen Karriere gegangen sind und ihr Renomee vordergründig aus Publikationen zum Thema “Entrepreneurship” ziehen. Leider werden – wie im Handelsblatt – dann Professoren als Experten zitiert, die eben genau diesen Kriterien entsprechen. Auch das in der Szene berühmte “Schmude-Ranking” differenziert nicht zwischen der gründungsförderlichen Wirkung der Entrepreneurship Education an den einzelnen Lehrstühlen.
    Folglich liegt meiner Ansicht nach in den Forschungsergebnissen aus den Niederlanden viel Wahrheit.
    Dass es aber auch anders geht, zeigen Prof. Dr. Faltin mit seinem Labor für Entrepreneurship und die Freie Universität Berlin mit dem Funpreneur-Wettbewerb! Letzterer gibt Studierenden die Möglichkeit sich in der Praxis auszuprobieren und weckt die Lust am Unternehmertum!

  5. Thorsten Kucklick sagt:

    Auf eine vernünftige Vorbereitung zur Unternehmensgründung in Form von Kursen oder ähnlichen Veranstaltungen sollte man als Gründer sicher nicht verzichten. Nach meinen Erfahrungen ist dabei allerdings absolut entscheidend, welche Quellen bzw. Institutionen man in Anspruch nimmt.
    Bei einem Businessplanwettbewerb hatten wir z.B. einmal ein Gründercoaching “gewonnen”. Nachdem es darin 30 Minuten um Telefonkostenmanagement und ähnliches ging, mussten wir uns höflich verabschieden, denn anscheinend waren wir die falsche Zielgruppe.
    Hat man hingegen die Möglichkeit mit erfahrenen Gründern oder Unternehmern zu sprechen, ist das aus meiner Sicht eine Art von Coaching, die durch nichts zu ersetzen ist. Genauso wichtig sehe ich das Selbststudium, falls man nicht die Gelgeneheit hat, an der Uni Kurse zum Thema Entrepreneurship zu belegen. Und da eignet sich ja nun mal das Buch “Kopf schlägt Kapital” hervorragend!

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