erfolgsdreieck StadtLebensWandelNeue Wege für Städte und Kommunen Finanz-, Wirtschafts- und Versorgungskrisen (z.B. „Peak Oil“) stellen Städte vor neue Herausforderungen. Bisherige Lebensweisen führen an die Grenzen des Wachstums. Hierbei werden sogar existenzielle Grundlagen berührt, die einen dringenden Handlungsbedarf erfordern. Deshalb benötigt das Stadtleben eine an Nachhaltigkeit interessierte Konsumgesellschaft, die Recycling-Produkte bevorzugt, regionale Versorgungsstrukturen aufbaut, soziale Zwecke fördert und die öffentlichen Haushalte entlastet. Soziales Engagement, Erfinder- und Unternehmergeist sind erforderlich, um neue Wege aus den sich aufbauenden Krisen zu finden. Das leistet die Kultur- und Kreativwirtschaft, weil sie soziale Ideen, Unternehmertum und Konsumbereitschaft miteinander verknüpft. Das Pilotprojekt „StadtLebensWandel“ bewirkt:
  • aktiv rotierende, regionale Wirtschaftskreisläufe mit wachsenden Umsätzen,
  • ein solides und vielseitig aufgestelltes Gemeinwesen unter Entlastung der kommunalen Kassen
  • engagierte Bürger und Unternehmen, die gegen externe Wirtschafts-, Finanz- und Versorgungskrisen Resilienz aufgebaut haben
Lösungswege: Graswurzelbewegungen im Einsatz a. Die Energie- und Nachhaltigkeitswende als großes Gesellschaftsbündnis Die Transition Towns-Initiativen Städte, die sich der Graswurzelbewegung Transition Towns anschließen, sind Teil einer Bewegung, die 2006 in Totnes (Südengland) startete und weltweit über 1.000 Städte begeisterte. Themen und Arbeitsbereiche: Strukturwandel, Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe, Permakultur, Gemeinschaftssinn, Wohn-, Grund- und Hausgenossenschaften, alternative Mobilität und Energien, lokale Energieversorgung, Handwerk, Industrie mit Fair Trade-Charakter, Gründung neuer Dienstleistungen, Erfindergeist, Garten- und Landschaftsbau, Recycling. Damit eng verbunden: Bildungs-, Film- und Schriftenarbeit der vielfältigen Initiativen, um den erforderlichen Wandel zu beschreiben, die Vernetzung regional durchzuführen und den überregionalen Erfahrungsaustausch zu organisieren. b. Wo Geld voran geht, sind alle Wege offen Eine prosperierende Gesellschaft benötigt Kapital. Herkömmliche Finanzierungsverfahren sind in der Kultur- und Kreativwirtschaft nur bedingt anwendbar, weil dort mit erheblichen Risiken gearbeitet wird. Bankenengagements oder Staatsgelder helfen nicht weiter. Beide sind nicht in der Lage, den Mikrokosmos, in denen die Initiativen starten, mit objektiven Maßstäben zu analysieren. Regionalgeld ist ein Tauschmittel, das die kleinen Lebens- und Wirtschaftskreise fördert:
  • Das Geld regionaler Anbieter bleibt in der Stadt.
  • Die Umlaufgeschwindigkeit des Regiogeldes kann auf das über 20fache gesteigert werden, während der Euro 2009 nur eine Umlaufgeschwindigkeit des 5,1fachen aufwies.
  • Es besteht trotz der höheren Umlaufgeschwindigkeit keine Inflationsgefahr.
  • Mit jedem Einkauf entscheidet der Konsument, welche soziale Idee er fördern will. Per Kartenzahlung oder mit Mobiltelefon-Zahlungssystemen ist das in Sekundenschnelle möglich. Vereine, Gemeinschaftseinrichtungen, Schulen freuen sich über den stetigen Kapitalzufluss.
  • Unternehmer erhalten aufgrund der besonderen Konstruktion des Regiogeldes einen zinslosen Kredit. Neue Arbeitsplätze, Dienstleistungen, Geschäftsgründungen und zusätzliche Wertschöpfung entstehen.
  • Der regionale Wirtschaftskreislauf kommt in Schwung. Die Binnenwirtschaft wird gestärkt.
c. Sogar ein Grundeinkommen ist machbar Für Außenstehende mag das Grundeinkommen bedingungslos erscheinen. Für Aktivisten in der Gründerszene ist klar, wie sie die neue Freiheit beschreiben: Sie nennen es Arbeit. Mit Initialisierung des leistungsgedeckten Regiogeld-Systems wird das Grundeinkommen möglich. An den „StadtLebensWandel“-Schnittstellen entstehen für die Kultur- und Kreativwirtschaft zahlreiche Aufgaben, Arbeitsplätze in Werkstätten und Dienstleistungsbetrieben. Mit der Grundeinkommens-Ergänzung wird sie unmittelbar gefördert. Viele Initiativen gibt es schon in dem Bereich. Um die Ideen stärker ins Licht der Öffentlichkeit zu rücken, wird eine intelligente Vernetzung benötigt. Die dazu erforderlichen Werkzeuge kommen aus der Transition Towns-Bewegung, die mit Regiogeld und Grundeinkommen neue Finanzierungsquellen erschließt. Das würde den erforderlichen „StadtLebensWandel“ beflügeln und die Idee „Kopf schlägt Kapital“ verwirklichen. Hannover, 06.09.2010