Labor für Entrepreneurship: Frau Oertel, Sie haben regelmäßig das "Labor für Entrepreneurship" besucht. Das Augenmerk des "Labors für Entrepreneurship" liegt auf der Gestaltung des Business Models. Hat dieser Ansatz Ihre Herangehensweise an Ihr Gründungsvorhaben www.nature-rings.de beeinflusst? Gundula Oertel: Mein Einfall, Wildtier-Stimmen als Klingeltöne anzubieten, war schon eine Weile zwischen Andreas Fußer und mir im Gespräch, als ich auf das Labor für Entrepreneurship aufmerksam wurde. Von da an hat das „Labor“ die weitere Entwicklung durchaus mit beeinflusst. Ich habe dort interessante Gesprächspartner gefunden und manche neue Sichtweise kennen gelernt. Angeregt durch das, was hier an Geschäftideen vorgestellt und diskutiert wurde, hat mich z.B. zunehmend die Frage beschäftigt, wie wir unser Geschäftsmodell durch geeignete Partnerschaften auf verschiedenen Ebenen voranbringen könnten. Das hat ganz konkret zu diesen Ergebnissen geführt: Das Tierstimmenarchiv der Humboldt-Universität zu Berlin ist für uns nicht nur ein zuverlässiger „Rohstoff-Lieferant“. Es prägt mit seinem wissenschaftlichen Image auch die Darstellung von nature-rings.de als seriösem Anbieter. Der NABU e.V. als Spendenpartner von nature-rings.de ist einer der größten Naturschutzverbände Deutschlands mit über 400.000 Mitgliedern und attraktiven Naturschutzprojekten. Seine gut eingespielte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit kann einiges zur Bekanntmachung des Angebots innerhalb des Verbands, aber auch in der weiteren Öffentlichkeit beitragen. Und nicht zuletzt die Webagentur www.humantouch.de. Unsere nicht gerade simpel gestrickte Website ist dort von Beginn an in besten Händen gewesen. Es ist schon eine gewaltige Entlastung, wenn man persönlich vertrauensvoll und völlig unkompliziert zusammenarbeiten kann und mit jedem sachlichen Problem auf kompetente Lösungsangebote stößt. LfE: Die Kunden erhalten bei einer Spende ihre Download-Codes für Klingeltöne per E-Mail. Was müssen Sie alles tun, wenn eine Bestellung eingeht? GO: Ich könnte jetzt sagen: nichts, denn das läuft alles automatisch. Das stimmt auch fast, abgesehen von der dauernd nötigen Überwachung der Funktionalität. Aber gerade darin steckte natürlich ein beträchtlicher Teil der Entwicklungsarbeit, dass wir jetzt den eigentlichen Geschäftsablauf so weit wie möglich die Maschine erledigen lassen können. Für die Kunden hat das Vorteile: Der Zahlungsverkehr findet für sie erkennbar allein in der Regie der Organisationen statt, die die Spenden erhalten und wird durch ein sicheres System auf der Seite selbst abgewickelt, bei dem nature-rings.de selbst weder auf Kontodaten noch auf Adressdaten zugreift . Die Download-Codes per E-Mail erlauben jedem Kunden seine ganz individuelle Verfahrensweise. Die Entscheidung, wie, wann, für wessen Handy und von welchem PC aus die Klingeltöne runtergeladen werden sollen, kann jeder treffen, wann und wie er will. Was weniger wir selbst, sondern vielmehr unsere Webprogrammierer, vor allem jetzt am Anfang, tun, ist die intensive Beobachtung der technischen Abläufe und die Beseitigung möglicher Barrieren oder Fehlerquellen. Andreas Fußer und ich können uns so auf Presseanfragen, auf Kooperations-Interessen seitens anderer Unternehmen und auf die Weiterentwicklung weiterer Geschäftfelder für nature-rings.de konzentrieren. LfE: Sie kooperieren mit dem NABU, dem Tierstimmenarchiv der HU Berlin sowie dem Naturkundemuseum der HU. Wie haben Sie diese Kooperationspartner finden können? GO: Auf das Tierstimmenarchiv, das zur Humboldt-Uni und zum Museum für Naturkunde gehört, bin ich gekommen, weil ich wegen der Rechte an bestimmten Ton-Aufnahmen recherchiert habe. Die Idee, daraus eine richtige Partnerschaft werden zu lassen, ist nach Gesprächen mit dem Leiter des Archivs und der Humboldt Innovation GmbH entstanden. Der NABU war als Naturschutzorganisation mit Wurzeln vor allem im Vogelschutz und als derjenige Verband, der öffentlich den „Vogel des Jahres“ wählt, natürlich ein Wunschpartner. Aber wir sind auch auf andere zugegangen. Auch mit unserer Webagentur gibt es übrigens Vereinbarungen auf partnerschaftlicher Basis, ohne die nature-rings.de kaum aus den Startlöchern gekommen wäre. LfE: Die Spenden werden an den NABU und ggfs. weitere Organisationen für bestimmte Projekte überwiesen. Wie sieht ihr eigenes Ertragsmodell aus? GO: Die Spenden gehen tatsächlich zu 100% an die Spendenorganisationen. Wir haben, wie schon gesagt, keinerlei Zugriff auf diese Erträge. Das ist ganz klar geregelt und das muß auch so sein, damit die Spender eine Gewähr für die zweckgerechte Mittelverwendung haben und eine gültige Spendenbescheinigung fürs Finanzamt erhalten können. nature-rings.de ist in diesem Zusammenhang ein ganz normaler Dienstleister. Mit der Website machen wir ein naturwissenschaftliches Unterhaltungs-und Bildungsangebot, geben dabei gemeinnützigen Projekten eine attraktive Plattform zur Spendenwerbung und bieten als Dank für die Spender Tierstimmen an, die sie als Klingeltöne aufbereitet herunterladen können. Diese Dienstleistungen stellen wir zu einem pro Download vereinbarten Satz den Spendenorganisationen in Rechnung. LfE: Frau Oertel, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für Ihr Unternehmen! Das Gespräch führte Rafael Kugel