McKinsey hat in einer Studie die politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Trends untersucht. Eine Zusammenfassung dieser Studie ist in der Juni-Ausgabe des Magazins McK Wissen veröffentlicht worden. In der Studie wurde versucht die Zukunftsthemen zu identifizieren.

Zukünftige Trends zu erkennen ist eine der wichtigsten Aufgabe im Aufgabenspektrum des Entrepreneurs. Dieser Aspekt betrifft nicht nur den Prozess des entrepreneurial Designs, sondern auch die Weiterentwicklung nach dem erfolgreichen Start. Daher nun im Folgenden die zehn von McKinsey herausgearbeiteten Trends:

"1. Die Steigerung von Global: Regional?

Die Weltwirtschaft wandert - nicht nur nach China und Indien, sondern vor allem in spezialisierte Regionen."

Also wird das Sillicon Valley noch stärker im High-Tech Bereich. Der Artikel nennt exemplarisch Deutschlands Süden und die dort bereits jetzt vorhandene Konzentration von Maschinenbauunternehmen.

"2. Sozialstaat, Version 2.0

Alternde Bevölkerung und steigende Staatsverschuldung bedeuten das Ende des Sozialsystems, wie wir es kennen"

Somit wird es laut der Studie gravierende Umwälzungen in diesen Bereichen geben müssen. Zumindest, wenn es bezahlbar bleiben soll. Somit ist der im Artikel erwähnte niederländische OP Tourismus, mit voller Kostenübernahme, nach Thailand wohl erst der Anfang.

"3. Neue Kunden, neue Wünsche

Die globale Konsumgesellschaft wächst - und lebt sich auseinander."

Hier sagt die Studie, dass der Trend weg vom weltweiten Produkt geht. Die Kundenwünsche sind regional zunehmend unterschiedlich. So haben Amerikaner, Asiaten oder Europäer andere Ansprüche an z.B. Design. Die Kunden werden immer aufgeklärter und  sind schwerer zu durchschauen. Somit müssen die wirklichen Bedürfnisse der Zielgruppen genauer erfasst werden.

"4. Die technische Revolution

Durch Internet, Nanotechnik und Biomedizin wird alles anders und vieles besser."

Hier haben die neuen Technologien, laut dem Autor, bereits zu einer unglaublichen Veränderung im täglichen Leben geführt. Ein Schlagwort ist zum Beispiel das "mobile Büro". In Zukunft wird es darum gehen, den nicht enden wollenden Datenstrom zu bändigen und ihn nutzbar zu machen. Denn schon heute wird mehr und mehr der Zeit nutzlos mit dem Bändigungsversuch des Datenstroms und des daraus resultierenden Wissens verbracht.

"5. Der Kampf um die Köpfe

Unternehmen suchen weltweit nach gut ausgebildeten Mitarbeitern."

Unternehmen stiften mehr und mehr Lehrstühle in den aufstrebenden Ländern. Das bedeutet über kurz oder lang eine größere Verlagerung der so genannten Wissensjobs in diese Regionen, wohin die Blaumannjobs bereits abgewandert sind. Die einzigen Hemmschuhe sind heute lediglich schlechte Sprachkenntnisse und mangelnde Praxiserfahrung.

"6. Immer schön freundlich

Der Durck auf Unternehmen wächst. Aber soziale Verantwortung und Profit sind kein Widerspruch."

Unternehmen müssen sich immer mehr ihrer Verantwortung stellen, denn die Gesellschaften weltweit sind immer weniger bereit alles hinzunehmen. So konnte Shell seine Ölplattform nicht einfach versenken, McDonald's führt Produkte ein die eine gesündere Ernährung ermöglichen - um dem Vorwurf zu entkommen der Fettleibigkeit Vorschub zu leisten, große Pharmaunternehmen lassen sich vom Expräsidenten Bill Clinton für den Kampf gegen AIDS eine Preissenkung von 30% in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa abringen usw.

"7. Der Prius-Effekt

Umweltfreundliche und Energie sparende Unternehmen werden künftig nicht nur gelobt, sondern vor allem finanziell belohnt."

Dank Kioto haben wir jetzt schon die erste Stufe dieser Entwicklung erreicht. Wer beim CO²  Ausstoß sparsam ist, der kann seine Ersparnis an der Börse verkaufen. Wer es nicht ist, der muss halt zukaufen. Beides ist ein deutlich betriebswirtschaftlich messbarer Faktor. Auch werden zunehmend Investoren auf dieses Thema aufmerksam. Somit hat diese Thematik auch mittel bis langfristig Auswirkungen auf die Finanzierungskosten bzw. -möglichkeiten der Unternehmen.

"8. Ob groß oder klein - Hauptsache schlank

In den meisten Industrien wird es künftig wenige Riesen und viele Zwerge geben. Sie brauchen einander."

Soll heißen, dass die Grossen noch größer werden und immer mehr Kleine brauchen um die Bereiche die keine Kernkompetenz sind mit Leben zu füllen. Denn bei solcher Größe, da wird es verstärkt zur Konzentration auf die Kernkompetenzen kommen. Dies lässt das Feld für die Kleinen in vielen Bereichen frei bzw. es wird frei. Dieser Trend ist bereits deutlich in der Automobilindustrie und deren Zulieferern zu erkennen.

"9. Wirtschaft wird Wissenschaft

Neue Management-Software ermöglich bessere Entscheidungen."

Die betriebswirtschaftlichen Softwaren werden immer besser und können somit die betrieblichen Abläufe immer genauer abbilden. Somit werden in der Zukunft die Bauchentscheidungen immer weniger werden und das Management kann auf fundierter Datenbasis entscheiden.

"10. Wenn wir wüssten, was wir wissen

Wissen ist Macht - in der Wissensgesellschaft mehr den je. Man muss die richtigen Informationen nur finden."

Schon heute wächst das Wissen immer schneller an und ist jetzt schon kaum nutzbar. In der Zukunft kommt es darauf an, dass die noch größeren Wissensmassen find- und verwaltbar sind und somit auch nutzbar.

Wenn McKinsey nicht völlig daneben liegt, dann sollte der, der sich diese und andere zukünftigen Trends zu eigen macht, sein Business Model gut auf die neuen Anforderungen einstellen können. Wer noch auf der Suche nach "dem" Business Model ist, der sollte auf diese sich aus den Trends ergebenen Bereiche achten und dort nach möglichen Geschäftsfeldern suchen.