Entrepreneurship – Problemlagen und Handlungsansätze

Auszug aus dem „Handbuch Entrepreneurship“ – Hrsg. Günter Faltin:

Gesellschaftliche Ausgangslage

Viele träumen vom »The Next Big Thing«, der nächsten technologischen Raffinesse. Und wie sie dabei sein können, bei einer so vielversprechenden Perspektive. Nichts gegen den großen Traum. Träumen ist gut. Aber stimmt der Fokus? Setzt er die richtigen Prioritäten?

Unsere Gesellschaft steht vor Bergen von Problemen:
dem Klimawandel,
dem Rückgang der Artenvielfalt,
der demographischen Entwicklung und Altersarmut,
in politischen Krisen und Flüchtlingsproblematik,
Verschärfung der Einkommens- und Vermögensungleichheit,
der Abnahme der landwirtschaftlichen Erträge und der nutzbaren Flächen durch Erosion und Bebauung
der Chemierückstände in Lebensmitteln,
der Belastung durch Feinstaub
– um nur die bekanntesten Problemlagen zu nennen.

Die Aufzählung ließe sich noch deutlich erweitern.
Und wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit – bevor das Ausmaß und die weitere Verschärfung dieser Problemlagen unsere Handlungsmöglichkeiten übersteigen. Es sollte ein Anlass sein, unsere Prioritäten zu überdenken.

“The economic and political crises around the world, and the looming environmental collapse of the planet have led us to question many of the assumptions on which business and business education have rested since World War II, and many people look to entrepreneurship to provide not only new jobs, but also new ideas for the future, and solutions to the world’s most pressing problems.”*

Ist es nicht naheliegend, das Potenzial von Entrepreneurship zur Entschärfung und vielleicht auch in Teilen zur Lösung dieser Probleme zu nutzen? Es ist eine Überlegung, die in den 1990iger Jahren zunächst im Feld des Social Entrepreneurship an Boden gewann.

Das Argument lautete:
Die für soziale Probleme zuständigen Organisationen scheinen die wachsende Komplexität der Probleme nicht mehr richtig in den Griff zu bekommen. Wir bräuchten Social Entrepreneurs, die mit neuen Ansätzen adäquate Antworten fänden und umsetzten.**

Kann man diese Argumentation nicht auch auf Entrepreneurship insgesamt anwenden?

Die Politik und die gesellschaftlichen Institutionen scheinen mit den vorhandenen Problemen immer weniger fertig zu werden. Sei es, weil sie zu bürokratisch sind, sei es, dass die Entscheidungsprozesse zu langsam verlaufen oder die Beteiligten zu sehr in alten Denkstrukturen verhaftet sind – es scheint nicht länger ausreichend, auf die traditionellen gesellschaftlichen Akteure zu setzen. Kann Entrepreneurship eine unterstützende, problemlösende Funktion einnehmen?

Laden Sie sich hier das PDF vom zweiten Auszug des „Handbuch Entrepreneurship“ runter.

Hier gelangen Sie direkt zum „Handbuch Entrepreneurship“ – erschienen beim Springer Gabler Verlag.

* ((Fleischmann 2015, Beitrag in diesem Handbuch, S. 2 im Originalbeitrag, muss auf Handbuch abgestimmt werden))

** So die Argumentation von Dees 1998

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