Trainingseinheit: Modul 10: Crowdfunding
Crowdfunding - "ein gutes Ideenkonzept findet Kapital" (Prof. Faltin)
Fehlt es Dir an Startkapital?
Statt an ihrem Ideenkonzept zu arbeiten und zu feilen, denken viele Gründer immer noch, der Erfolg im Markt stelle sich durch großes Produktionsvolumen ein. Es ist ein Standardargument von Tüftlern und Möchtegern-Gründern: "Wenn man mein Produkt in millionenfacher Auflage herstellen würde, würde es preiswert und im Markt konkurrenzfähig sein." Nach diesem Satz folgt der nächste praktisch automatisch: "Ich brauche einen Kapitalgeber, der mir dafür eine Million gibt." Auch Prof. Faltin bekommt häufig solche Anfragen. Seine Antwort darauf ist kurz: "Ich würde Dir das Kapital nicht geben, selbst wenn ich es hätte." Größe alleine reicht heute nicht mehr aus.
Bevor Du jetzt denkst: „So ein Quatsch!“ Du hast recht, es gibt Ausnahmen. Vor allem in der Hightech- oder Pharmaindustrie benötigt man hohe Kapitalbeträge für den Bereich Forschungs- und Entwicklung. Allerdings machen Gründungen in diesem Bereich statistisch gesehen nur einen kleinen Bruchteil aus.
Möglichkeiten, um an Startkapital zu kommen
Es mag sein, dass vor Jahren noch das Kapital der Engpass für Gründungen gewesen ist. Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Institutionen und Möglichkeiten, die Risikokapital zur Verfügung stellen wie etwa Venture-Capital-Firmen oder Business Angels. Prof. Faltin kennt in seinem Umfeld keinen einzigen Fall, in dem eine Gründung aus Mangel an finanziellen Mitteln unterblieben wäre. Nach über 30 Jahren Beschäftigung mit dem Gründungsthema ist Prof. Faltin daher fest davon überzeugt, dass ein gutes Unternehmenskonzept immer Kapital findet.
Ideenkonzept fertig in der Tasche, was jetzt?
Angenommen Du hast an Deinem Ideenkonzept in der Gründer-Garage gefeilt und es liegt jetzt fertig in Deiner Tasche. Was jetzt? Richtig, Du benötigst Startkapital. Wie kannst Du weiter vorgehen und Aufmerksamkeit für Dein Anliegen finden?
Unser Tipp: Strenge hierfür Deinen Kopf an und nicht Deinen Geldbeutel! Kern Deines Unternehmens ist ein Ideenkonzept. Der Vorteil gegenüber konventionellen Gründungen liegt darin, dass Du bereits für Deine Idee werben kannst und nicht erst mit einem fertigen Produkt auf den Markt gehen musst, um es auf Herz und Nieren überprüfen zu lassen. Dadurch sinkt das Risiko massiv, finanziell zu scheitern.
Crowdfunding - Geldsegen aus dem Netz
Um Startkapital für Deine Unternehmung einzusammeln und Dein Kozept von der Community überprüfen zu lassen (proof of concept) ist "Crowdfunding" eine interessante Möglichkeit. Auf Deutsch übersetzt heißt es "Schwarmfinanzierung", d.h. statt Großinvestoren mühselig von der eigenen Geschäftsidee zu überzeugen, sammelst Du im Internet von vielen kleinen und großen privaten Förderern Dein Kapital ein - vorausgesetzt Du kannst sie von Deinem Ideenkonzept überzeugen.
Das Geheimnis einer gute Crowdfunding-Kampagne
Seine Idee auf Indiegogo einzustellen ist kinderleicht. Was allerdings etwas mehr Denksport erfordert, ist eine erfolgreiche Kampagne daraus zu machen. Wie begeistert man Menschen von seiner Idee und bringt sie dazu, ihren Geldbeutel zu öffnen? Diese Frage haben wir den Crowdfunfing-Experten Slava Rubin, Gründer und Co-Founder von Indiegogo, gestellt. Seit 2008 werden über die Plattform mehrere Millionen Dollar weltweit eingeworben.
Was macht eine erfolgreiche Crowdfunding-Kampagne aus?
1. Ein guter Pitch:
Zu einem guten Pitch gehört entweder ein aussagefähiges Bild oder noch viel besser ein Kampagnenvideo. Indiegogo hat analysiert, dass eine Kampagne mit Video um 114% mehr Geld einsammelt als ohne. Wichtig ist, dass Du im Video ausführlich Deine Idee beschreibst und den Zuschauern mitteilst, welche "Dankeschöns" Du Dir für Deine Unterstützer ausgedacht hast - sei natürlich, kreativ und informativ zugleich.
2. Proaktiv sein
Bleibe stets in Kontakt mit Deinen Zuhörern: schicke Deinen Freunden, der Familie und Kollegen eine persönliche E-Mail und frage sie ganz direkt, ob sie Dich nicht bei Deinem Projekt unterstützen können. Ganz wichtig ist auch, dass Du regelmäßige Kampagnen-Updates verschickst, am besten alle 5 Tage oder sogar noch öfter. Laut Indiegogo zahlt sich das aus - wer regelmäßige Updates verschickt, sammelt vier mal mehr Geld als Menschen, die sich nur alle 20 Tage oder späer melden.
3. Zuhörer finden
Der Erfolg einer Kampagne hängt stark vom Deinem Netzwerk ab - je größer, umso besser. Am besten Du startest Deine Kampagne im Freundes- und Familienkreis und nutzt hierfür verschiedene Social Media-Kanäle. Das heißt fleißig auf Facebook posten, auf Twitter tweeten, bei Freunden mit E-Mails werben und die Presse einbinden.



















